06.10 13:00.
Kino

NOCH BIN ICH NICHT, WER ICH SEIN MÖCHTE

Noch bin ich nicht wer ich sein mochte web

Ort
sweetSixteen Kino
Termin
So., 06.10., So., 13.10. und So., 20.10.2024 jeweils Matinee um 13:00 Uhr
Eintritt
8 Euro normal / 7 Euro ermäßigt
Foto
Libuše Jarcovjáková

Wie werden in Zukunft Dokumentarfilme über Influencer*innen aussehen, die ihr Leben akribisch mit Selfies und Bildern festhalten? Wie lässt sich diese Materialfülle strukturieren, um eine interessante Geschichte für die Leinwand zu erzählen?

Die 1952 in Prag geborene Fotografin Libuše Jarcovjáková entstammt nicht der Social-Media-Ära. Trotzdem bietet der filmische Essay Noch bin ich nicht, wer ich sein möchte der Regisseurin Klára Tasovská eine beeindruckende Antwort auf die Frage, wie ein radikal autobiografischer Stil zu einer einnehmenden Kinoerfahrung werden kann.

Tasovská erklärt, sie wolle den Zuschauer*innen ermöglichen, die Welt durch Jarcovjákovás Augen zu sehen. Der Film besteht vollständig aus deren Fotografien, ohne Talking Heads oder Archivaufnahmen. Unterlegt sind viele Momente mit Jarcovjákovás Tagebucheinträgen, die per Voice-over von ihr selbst vorgelesen werden, und mit Geräuschen, durch die sich eine lebendige Atmosphäre entwickelt. Die Dringlichkeit in ihren Fotos und Texten ist spürbar, und Jarcovjáková betont, dass Fotografie für sie überlebenswichtig sei. Wie der Titel bereits andeutet zeigt der Film ihre Identitätssuche und den Wunsch nach innerer Freiheit, ohne sich anzupassen.

Er funktioniert als Zeitdokument, das persönliche Narrative nicht vernachlässigt. Wir erfahren, wie die Zwänge des repressiven tschechoslowakische Regime ihr Leben prägte. Jarcovjáková beschreibt ehrlich die Konflikte, insbesondere für Frauen und queere Menschen. Ihre Fotografien der Communities der Roma, vietnamesischen Migrant*innen und der queeren Szene stehen im starken Kontrast zu den damaligen Restriktionen. Dass Jarcovjáková häufig mit Nan Goldin verglichen wird, ist verständlich und mag dabei helfen, ihre Kunst einzuordnen. Dieses Werk zeigt allerdings, was für eine besondere, einzigartige Persönlichkeit mit ganz eigenem Blick Jarcovjáková ist.

(Dokumentarfilm, SK/AT 2024, 90 Min., FSK: ab 0 Jahren, Regie: Klára Tasovská)

Wir zeigen den Film als exklusive Previewtermine im Rahmen der World Press Photo Ausstellung.

Der bundesweite Kinostart ist im Januar 2025.

Aktuell

Open Call: Kunst & Punsch 2026

Foto: Leopold Achilles

Für Kunst & Punsch 2026 werden junge Künstler*innen und Gestalter*innen mit Bezug zu Dortmund und der Innenstadt-Nord gesucht. Der kleine Kunstmarkt findet vom 13. bis 15. November 2026 in der ehemaligen Galerie im Depot statt und bietet die Möglichkeit, mit Besucher*innen ins Gespräch zu kommen, eigene Arbeiten zu präsentieren und diese direkt vor Ort zu verkaufen.

Teilnehmen können Künstler*innen aus Bereichen wie Bildende Kunst, Fotografie, Skulptur, Design und Textilkunst und vergleichbaren Disziplinen. Bewerbungsschluss ist der 15.09.2026. Alle Informationen zu den Teilnahmebedingungen und zur Bewerbung finden sich in der vollständigen Ausschreibung.

Ausschreibung Kunst & Punsch 2026 herunterladen

Regelmäßig im Depot

World Press Photo
Nachtflohmarkt im Depot
f2 Fotofestival
Radius
Workshops im Depot

Weitere Veranstalter*innen im Gebäude

Sweetsixteen Kino
Theater im Depot
Verein Parzelle im Depot

Was ist das Depot

Depot

Einst die Straßenbahnhauptwerkstatt der städtischen Verkehrsbetriebe, ist der Kulturort Depot heute ein Ort, an dem die Kreativität ihren freien Lauf nimmt. Mehr als 40 Einzelpersonen, Gesellschaften, Vereine und Büros haben sich seit der Eröffnung 2001 etabliert.

Von Architektur und Design über Fotografie bis hin zu Bildender und Darstellender Kunst - der Kulturort Depot Dortmund vereint alles unter einem großen Dach.

Besucher*innen können sich auf ein abwechslungsreiches Programm freuen. Ausstellungen, Theater, Tanz, Kino, Märkte, Konzerte und verschiedenste Workshops: im Depot ist für jeden etwas dabei.

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